Gewerbeverein Blieskastel – Stadtmarketing Blieskastel

Ja, es gab mal einen Gewerbeverein in Blieskastel. Ein Zusammenschluss von Unternehmerinnen und Unternehmern, vorwiegend Geschäfte aus dem Innenstadtbereich, deren Ziel es war, die Stadt attraktiver zu machen und die Interessen der Unternehmerinnen und Unternehmer zu vertreten.

Doch wie dies bei Vereinen oft so ist: Die Arbeit verteilt sich auf wenige (meist nur den Vorstand), aber jeder weiß, was er daran zu kritisieren hat. Und so hat dann irgendwann auch der Motivierteste keine Lust mehr, sich zu engagieren.

Als sich für den Gewerbeverein kein Freiwilliger mehr fand, der diese Arbeit auf sich nehmen wollte, hat man den Verein aufgelöst.

Die Herausforderungen, eine Innenstadt in einer Zeit der Digitalisierung attraktiv zu halten, waren aber nach wie vor vorhanden.

Somit gründete man den Verein „Stadtmarketing Blieskastel e.V.“. Liest man in der Satzung, dann steht da nicht viel anderes als zuvor im Gewerbeverein. Die Ziele sind die gleichen geblieben: Die Stadt voran bringen, unter neuer Flagge. Als Vorsitzender trat nun Rainer Schetting an, Inhaber des Weinladens „Olivino“ in Blieskastel.

Doch nun scheint es auch um den Stadtmarketing Verein nicht gut bestellt. Die Saarbrücker Zeitung titelt „Verein Stadtmarketing droht das Ende“ und zitiert den Vorsitzenden, der nicht mehr als solcher antreten will: „Ich bin der Meinung, es ist an der Zeit, dass sich jüngere aktive Kaufleute, die sich in den letzten Jahren mit ihren Geschäftsideen gut in Blieskastel positioniert haben, die Verantwortung für das Blieskasteler Geschäftsleben übernehmen sollten. In letzter Zeit wurde es für mich immer schwieriger, genügend Zustimmung für neue Event-Ideen zu gewinnen oder, von wenigen Ausnahmen abgesehen, auf Mithilfe bei der Organisation und Ausführung rechnen zu können. Hier denke ich, dass jüngere Leute mit neuen, zeitgemäßen und frische Aktionen mehr Zuspruch finden. Die Unterstützungen von Seiten der Stadt waren 2016 auch nicht sehr motivierend, mit dem Erfolg, dass zwei für die Stadt imageträchtige und für die Kaufmannschaft wichtigen Veranstaltungen, Halloween und Nikolaus-Shopping, abgesagt werden mussten. Dass solche Absagen oftmals nicht verstanden werden und dementsprechend mit persönlichen Angriffen auf Facebook und Co. leider auch von Personen, die es einfach besser wissen müssten, bis unter die Gürtellinie kommentiert werden, ist heute wohl jedermann bekannt“ (Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 13. April 2017).

Ob sich eine Wende abzeichnet und sich jemand bereit erklärt, den Job zu übernehmen? Wir werden sehen und berichten.