CDU und Grüne: Endlich bekommen wir unsere Windräder

Fotomontage der Windkraftanlage Blieskastel-Webenheim

Wie Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener mitteilt, werden ab Ende April endlich die Windräder in Webenheim gebaut. „Nun muss ich nicht mehr ständig sagen, dass es ja nicht sicher sei“, freut sich die Bürgermeisterin. Bisher habe sie immer erklären müssen, dass sich die Leute nicht so aufregen sollen, weil doch noch nichts entschieden sei. Das ist jetzt Vergangenheit: Denn die EnBW Energie Baden-Württemberg AG baut nun gleich drei Anlagen noch in diesem Jahr. Der Strom fließt nach Zweibrücken und wird dort in das Netz deren Stadtwerke eingespeist.

Freudetaumel auch bei den Grünen: Endlich bekommen wir die lang ersehnten, 146 Meter hohen Räder. „Und das direkt vor unserer Haustür“, freut sich Lukas Paltz, der sich seit jeher für besagte Windräder einsetzt.

Indes sind die Grundstückseigentümer und Immobilienbesitzer am Schlossberg etwas betrübt: Obwohl der unverbaubare Blick auf das Bliestal jetzt einen modernen, nachhaltigen Blickfang hat, der drei mal höher ist als die Schlosskirche, scheint sich dies nicht positiv auf die Grundstückspreise auszuwirken. Mögliche Käufer schauen besorgt auf den Renkersberg und stellen sich die Windmühlen lebhaft vor. Sogar von Panikverkäufen ist bereits die Rede.

Die Linken, noch lautstark „gegen Windenergie“ gewettert (das war vor der Wahl), zucken mit den Schultern. „Was hätten sie auch ausrichten können? Es war ja klar, dass die großen Parteien gewinnen und die Politik bestimmen“. Das mit den Wahlplakaten war wohl nur für die Wahl, wozu braucht man die auch sonst und wen interessiert schon das belanglose Geschwätz vor der Wahl? Auch von der AfD war in der Zeit zwischen Einzug und Richtfest nichts mehr zu hören – und wahrscheinlich auch nichts mehr bis zum Auszug aus dem Stadtrat.

Und die SPD? Die hält sich vorsichtshalber ganz zurück. Man weiß ja nie, und im schlimmsten Fall könnte man den einen oder den anderen Wähler verlieren, je nach dem, für welche Variante man sich festlegt.

CDU und Grüne feiern auch einen Sekundärsieg: Den Tod des dämlichen Rotmilans. „Der dumme Vogel soll sich woanders eine Bleibe suchen“ so die einhellige Meinung. Nachdem Horste gesichtet und zerstört worden sind, hätte er es sich vielleicht ohnehin anders überlegt. „Die Windräder sind in einer modernen, energiebewussten Welt einfach ein Muss“, so Schmitt von der CDU, und außerdem „sind sie ein Symbol unserer Dominanz über die ignoranten Windkraftgegner“. Er schlägt vor, die 100 Meter hohen Masten statt weiß-rot in einem kräftigen Grünton, unterbrochen von tiefschwarzen, glänzenden Streifen, zu lackieren. „Damit die Welt weiß, wer hier das Sagen hat.“. Die Flügel sollen auf einer Größe von  jeweils 2 mal 4 Meter die Antlitze der Stadtspitze zeigen: Schmitt, Paltz und Faber-Wegener werden in überlebensgroßen Bildern angebracht und thronen ab dann über der Stadt.

Für die Zukunft des Bliesgau und die sanfthügelige Landschaft haben CDU und Grüne auch einen Platz gefunden: „Die betonieren wir einfach in das 100 Tonnen schwere Fundament mit ein – damit hätten wir das dann auch begraben“ freuen sich die Chefs von Grün und Schwarz im Blieskasteler Stadtrat. Hoffnung, dass aus Blieskastel und dem Bliesgau jemals etwas wird, hatten wir sowieso nicht.

Alle Inhalte, Statements und Zitate dieses Beitrags sind natürlich frei erfunden… bis auf die Windräder. Hier mag sich jeder selbst seine Meinung bilden.